7 Stolperfallen beim Investieren in Dividenden-Aktien

Gehörst du auch zu den Anlegern die in die 7 Stolperfallen beim Investieren in Dividenden-Aktien hinein tapsen? Dabei ist der Gedanke an eine nachhaltige Geldanlage wichtig und richtig. Allerdings ist eine Dividende nicht gleich eine Dividende. Wie du die 7 Stolperfallen erkennst und umgehen kannst? Genau darum geht es mir jetzt.

Natürlich ist es einfach ein paar Aktien mit Dividendenausschüttungen zu kaufen. Aber wenn du dabei nicht auf einige wichtige Regeln achtest, dann wirst du damit langfristig keinen Erfolg und Spaß haben. Warum sollen die Unternehmen überhaupt eine Dividende ausschütten? Und warum macht es Sinn in solche Unternehmen zu investieren?

7 Stolperfallen beim Investieren in Dividenden-Aktien

Welches Ziel willst du beim Investieren in Dividenden-Aktien erreichen?

Beide Fragen zielen zunächst auf die entscheidende Hauptfrage ab. Im Kern geht es also darum, dass du ein Ziel beim Geldanlegen haben musst. Um dieses Ziel dann zu erreichen stehen dir verschiedene Möglichkeiten offen.

Ein Ziel kann sein, am Aktienmarkt innerhalb eines Zeitraumes ein bestimmtes Vermögen zu erreichen. Oder du verfolgst das Ziel Vermögen für ein Haus oder für deinen Ruhestand aufzubauen. Bei diesen Zielen geht es am Ende des Tages also darum möglichst viel Kapital angehäuft zu haben. Hier macht es Sinn auf Value- oder Wachstumsaktien zu setzen.

Aber was ist, wenn dein Ziel darin besteht ein laufendes Einkommen zu erzielen? Du im Ruhestand oder in der Pension von deinen Einnahmen leben möchtest, ohne dabei deine Vermögenssubstanz aufzubrauchen? Schließlich kannst du so dein Vermögen auch für deine Familie erhalten und deinen Kindern ein Leben ermöglichen, wo sie frei entscheiden können ob, was und wieviel sie arbeiten wollen.

Wenn also dein Ziel darin besteht ein laufendes Einkommen durch Aktien mit Dividenden zu erzielen, dann gilt es umso mehr die 7 Stolperfallen beim Investieren in Dividenden-Aktien zu vermeiden. Nur so kannst du dein Ziel langfristig sicher erreichen.

Konkret habe ich diese 7 Stolperfallen beim Investieren in Dividenden bei Aktienunternehmen ausgemacht:

  • Falsche Anreize für das Management
  • Schuldenfinanzierte Aktienrückkäufe
  • Aufgeschobene bzw. unterlassene Investitionen
  • Substanzausschüttungen
  • nicht nachhaltige Ausschüttungsquoten
  • Sachdividenden „Scrip Dividend“
  • schwache Rentabilität

Falsche Anreize für das Management

Das Unternehmensmanagement muss nicht nur ein Unternehmen lenken und Mitarbeiter führen können, sondern es muss auch eine nachhaltige Strategie verfolgen. Nur so kann das Unternehmen langfristig am Markt bestehen. Dabei gilt es auf Marktveränderungen genauso zu reagieren, wie auf Konjunkturzyklen.

So hat Coca-Cola immer wieder durch Innovationen seine Produktpalette erweitert und so den Marktwert gesteigert. Auf Marktveränderungen wurde reagiert und z.B. in Getränke mit weniger Zucker investiert bzw. auch die Rezepturen angepasst. Das alles hat letztlich zum Dividendenwachstum beigetragen.

In dem das Management teilweise in Aktien bezahlt wird, besteht für die Manager ein Anreiz den Unternehmenswert zu erhöhen. Davon profitieren die Aktionäre durch höhere Kurse und steigende Dividenden.

Interessant ist übrigens auch: Je länger die Dividendenhistorie eines Unternehmens ist, desto höher der Druck für das Management diese Historie fortzusetzen. D.h. es wird deutlich nachhaltiger mit den Finanzmitteln des Unternehmens umgegangen. Überflüssige Akquisitionen bleiben aus. Forschung und Innovation wird gezielt verfolgt. Langfristig profitieren also alle davon. Ein stärkeres Unternehmen mit höheren Aktienkursen und Dividenden.

Wenn sich allerdings die Unternehmensleitung Bonuszahlungen genehmigt oder Aktienoptionen zu Lasten des Unternehmens vereinbart werden, dann ist dies kein nachhaltiges Wirtschaften des Managements.

Schuldenfinanzierte Aktienrückkäufe

Ein vor allem in den USA gern genutztes Mittel von Unternehmen ist der schuldenfinanzierte Aktienrückkauf. Schließlich können so die Aktionäre bei Laune gehalten werden. Wieso? Naja tatsächlich steigt ja bei einem Unternehmen der Gewinn je Aktie, wenn sich der Nenner (die Zahl der Aktien) reduziert, selbst wenn der Gewinn stagniert. Für die verbliebenen Aktionäre bedeutet das, dass Ihre Aktienanteile mehr wert sind. Die Aktienkurse werden so in die Höhe getrieben. Blöd nur: Langfristig müssen die Schulden abgebaut werden…

Außerdem haben Aktienrückkäufe gegenüber einer Dividendenausschüttung einen positiven steuerlichen Effekt, da die jährliche Besteuerung der Dividende den Zinseszinseffekt beschneidet. So wird gerne argumentiert. Für sich genommen stimmt das Argument natürlich, wenn sich das Unternehmen dabei nicht künstlich verschuldet. Nur welchem Pensionsfonds oder einkommensorientierten Investor nützt das, wenn er auf laufende Ausschüttungen bzw. einen regelmäßigen Cash Flow angewiesen ist?

Mein Fazit ist: Aktienrückkäufe können gut sein, aber nur wenn sie wie z.B. bei der Allianz nicht schuldenfinanziert sind und im Idealfall die laufende Dividendenausschüttung nicht beeinträchtigen. Es nützt langfristig nichts, wenn sich ein Unternehmen nur für Dividendenausschüttungen verschulden würde, da früher oder später die Schulden zu begleichen sind.

Aufgeschobene bzw. unterlassene Investitionen

Nehmen wir einmal eine Analogie her. Wenn du im Sommer Erdbeeren essen möchtest, dann musst du zuerst im Frühjahr Erdbeeren pflanzen und sie entsprechend gießen.

Das gleiche gilt für die Dividenden. Nur wenn ein Unternehmen investiert kann es die Früchte aus der Investition ernten. D.h. wenn sich die Erträge im Unternehmen einstellen, dann können daraus die Dividenden nachhaltig gezahlt werden. Daher sind aufgeschobene bzw. unterlassene Investitionen für Dividendeninvestoren schädlich.

Oder anders ausgedrückt: Aus den laufenden Erträgen muss genug Kapital für Innovationen und Investitionen bereitgestellt werden, da so die Unternehmenszukunft gesichert wird. Darüber hinaus bestehendes Kapital kann dann in Form von nachhaltigen Dividenden an die Aktionäre ausgezahlt werden.

Substanzausschüttung

Substanzausschüttungen sind für einen langfristigen Dividendeninvestor ein echter Graus, bedeuten sie doch, dass die Dividende aus der Unternehmenssubstanz, also dem Eigenkapital (auch Gewinnrücklagen) bezahlt werden. Damit sinkt der Wert des Unternehmens. Langfristig bedeutet das fast immer, dass das Unternehmen in einer Schieflage ist. Möglicherweise kann das auch zum totalen Dividendenausfall führen.

Viel besser ist es sich auf jene Unternehmen zu konzentrieren, die in der Lage sind die laufende Dividende auch aus laufenden Erträgen zu bezahlen. Dann nämlich ist das Unternehmen gesund. Allerdings gibt es eine kleine Einschränkung: Die Ausschüttungsquote.

Ausschüttungsquote – Balance zwischen Dividende und Investitionen wichtig

Schön ist, wenn die Dividende aus dem laufenden Gewinn bezahlt wird. Aber langfristig bringt es nichts, wenn das Unternehmen den gesamten Gewinn an die Aktionäre weitergibt. Denn für zukünftige Dividenden muss sichergestellt sein, dass das Unternehmen innovativ und auf dem Wachstumspfad bleibt. Nur so kann es langfristig Überleben und dir deine Dividenden erhöhen. Es kommt also auf die richtige Balance an.

Deshalb mein Tipp: Konzentriere dich auf Unternehmen die eine Ausschüttungsquote zwischen ca. 20 und 70 % aufweisen. Die Ausschüttungsquote berechnet sich einfach indem du die Dividende je Aktie durch den Gewinn je Aktie teilst. Und das Ganze in Prozent umrechnest.

Sachdividenden (Scrip Dividend)

Im Gegensatz zur normalen Dividendenausschüttung bedeutet eine Sachdividende, dass du keine Ausschüttung bekommst, sondern dafür weitere Aktien. Für das Unternehmen besteht der Vorteil darin, dass die Liquidität im Unternehmen verbleibt.

Für dich hat es aber den Nachteil, dass du keine Ausschüttung in Form von Geld bzw. laufenden Cash Flow bekommst. Ebenfalls nachteilig ist, dass sich durch Sachdividenden die Anzahl der Aktien erhöht. Das bedeutet, dass die zukünftigen Ausschüttungen durch mehr Aktien geteilt werden und so ein Verwässerungseffekt eintritt.

Ein Praxisbeispiel: Ist die Royal Dutch Shell. Diese hatte seine Aktionäre vor die Wahl gestellt sich die Dividende regulär ausschütten zu lassen oder eine Sachdividende zu beziehen. Ich habe z.B. die Sachdividende nur deshalb gewählt, weil ich noch Aktien vom Unternehmen dazu haben wollte. Denn ich glaube, dass die Dividende in Zukunft wieder steigen wird. Inzwischen hat Royal Dutch Shell die Sachdividende wieder abgeschafft.

Schwache Rentabilität des Unternehmens ist Gift für die Dividende

Ein Blick auf die Gesamtrentabilität eines Unternehmens lohnt sich immer. Ist nämlich die Rentabilität dauerhaft zu niedrig, dann begrenzt das auch das Dividendenwachstum. Folglich scheiden unrentable Unternehmen für eine nachhaltige Dividendenstrategie aus.

Mit der Rentabilitätskennzahl wird also der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens sichtbar gemacht. Langfristig sollte die Rentabilität nicht unter 10 % liegen.

Wir wollen reale Dividenden, die weiter ansteigen!

Was ist also wichtig für eine Investition in Aktien mit Dividendenausschüttungen? Kurz auf den Punkt gebracht ist wichtig dass:

  • die Dividende aus den laufenden Gewinnen bezahlt wird
  • die Ausschüttungsquote zwischen ca. 20 und 70 % liegen sollte
  • die Dividende real ausgezahlt wird (keine Sachdividende), da wir die Liquidität brauchen
  • dass das Unternehmensmanagement strategisch nachhaltig agiert
  • Aktienrückkäufe nicht bzw. nur in Maßen auf Schulden finanziert sind
  • das Unternehmen innovativ bleibt und seine Position ausbaut
  • die Gesamtrendite des Unternehmens vertretbar ist (min. 10 %)

Wenn du die 7 Stolperfallen beim Investieren in Dividenden-Aktien vermeidest bzw. in deinen Überlegungen berücksichtigst, dann werden deine Dividenden langfristig nachhaltig sein und darüber hinaus immer weiter ansteigen.

Übrigens

Warum Zeit haben viel wertvoller und wichtiger als Geld zu besitzen ist? Na dann lies mal!

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In diesem Sinne „Keep it simple – Halte es einfach“. So bist du erfolgreich!

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Dein Thomas von DIVDepot

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