Entwicklung des Aktiendepots – Warum dein Gehirn dich blendet

Willkommen beim zweiten Depotupdate und dem Blick auf die Entwicklung des Aktiendepots. Obwohl der Coronavirus schon seit Dezember sein Unwesen treibt, stiegen die Aktienbörsen weiter an. Jetzt wo sich das Virus Europa und den USA nähert bricht Panik aus.

Warum ich mich sogar darüber freue, erfährst Du in diesem Update. Ebenfalls besprechen wir diesmal warum Anleger die ein Investitionsziel und eine Strategie haben gerade von dieser Marktverwerfung profitieren werden, wenn sie sich nicht von ihrem Gehirn blenden lassen.

Entwicklung Aktiendepot 202002Seit 1997 bin ich bereits an der Börse aktiv. Das bedeutet auch, dass ich bereits einschlägige Erfahrungen mit großen Börsenkrisen sammeln konnte. Eine der wichtigsten Erfahrungen ist:

„Wenn die Psychopatenbörse regiert, spielen fundamentale Fakten keine Rolle.“

Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass trotz aller Handelssysteme und Börsenstrategien immer noch der Mensch ein entscheidender Faktor ist.

Wie Panik entsteht und welche Auswirkungen diese auf unser Verhalten hat, das erleben wir gerade mustergültig am Aktienmarkt. Und es hat sicherlich auch auf die Entwicklung deines Aktiendepots Auswirkung.

Aber warum ist das so? Lass uns dafür einen Blick in unsere Denkweise, also in unser Gehirn werfen.

Unser Gehirn sagt: Kursverluste sind Schmerzen – meide das unbedingt!

Langjährige Forschungen haben einen interessanten Zusammenhang zwischen unserem Gehirn und unserem Agieren an der Börse herausgefunden:

  1. unser Gehirn hat sich seit 30.000 Jahren nicht weiterentwickelt
  2. Kursverluste werden mit Verlustängsten, Schmerzen verbunden
  3. Kursgewinne wollen wir schnell realisieren, um uns kurz zu belohnen

Um es gleich zu sagen, ich fasse das hier sehr kurz zusammen. Schließlich geht es hier um die Entwicklung des Aktiendepots und nicht um eine Psychologiestunde. Aber das Thema ist so brandaktuell, dass ich kurz darüber schreiben möchte.

Unser Gehirn hat sich seit 30.000 Jahren nicht weiterentwickelt

Also Punkt 1 ist, dass sich seit dem es den Menschen gibt, unser Gehirn evolutionsbedingt nicht weiterentwickelt hat. Klar wir nutzen es jetzt etwas besser als unsere Vorfahren.

Wahr ist aber auch, dass wir nur 5% aktiv nutzen. Alle wichtigen Entscheidungen treffen wir nach wie vor im Unterbewusstsein. Entscheidungen treffen wir bereits nach 2 Sekunden. Unglaublich schnell – cool oder?

Anschließend rechtfertigen wir diese Entscheidung stundenlang, nur um uns einzureden das diese eben genau die richtigen waren. Dabei gibt es nicht immer richtig oder falsch. Die Welt ist bunt!

Du kannst das aktuell sehr gut auf Twitter verfolgen, wo einige Börsianer ihre jüngsten Entscheidungen in den Himmel loben. Oder immer einen weiteren Grund finden, warum der letzte Fehlgriff doch so super ist. So ist halt unser Gehirn…

Kursverluste werden mit Verlustängsten, Schmerzen verbunden

Spannen wir den Bogen zur Börse und kommen zu den Kursverlusten.

In unseren Köpfen werden Kursverluste genau dort verarbeitet wo unser Schmerzzentrum liegt. Und das beeinflusst unser Handeln ganz maßgeblich.

Schmerzen, Verlustängste usw. kann unser Gehirn überhaupt nicht leiden. Da heißt es flüchten und davonrennen.

Und wie können wir am besten vor Kursverlusten davon rennen? Ganz einfach: Verkaufen oder wegsehen.

Und schon sind wir bei der aktuellen Börsenlage. Zuerst sehen wir weg, weil der Verlust klein ist und wir denken, dass es schon besser wird. Dann passiert aber etwas in deinem Umfeld.

Jeder beginnt nun die gleiche Überlegung: Aussitzen des Kursverlustes. Irgendwann hat der erste seine Schmerzgrenze allerdings erreicht. Er verkauft seine Aktien. Einer nach dem anderen folgt…. und Du?

Jetzt kommt dein blödester Zeitpunkt. Dein Kopf sagt „das tut sooo Weh – Schmerz lass nach!“ Jetzt beginnst Du gedanklich dich zu rechtfertigen warum Du noch nicht verkauft hast.

Bei den meisten Gewinnt der Kopf und Du verkaufst am Tiefpunkt deine Aktien. Sorry, DU DEPP!

An genau diesem Punkt zeigt sich wer eine Aktienstrategie verfolgt und mit einem Ziel sein Geld anlegt. Denn machst Du das und verlierst dein Ziel nicht aus den Augen, dann nutzt Du die großen Chancen am Aktienmarkt zum richtigen Zeitpunkt.

Nein, dass Kurstiming ist nicht wichtig. Mache so wie ich und prüfe interessante Unternehmen ob sie zu deiner Strategie passen. Werden die Investmentkriterien erfüllt, dann kaufe etwas. Vielleicht nur eine Drittel oder halbe Position – aber setze einen Fuß in die Tür!

Nochmal: Entscheidend ist deine Denkweise. Hier zwei Beispiele:

Das Akademikerdenken besagt, fallende Kurse bedeuten eine größere Volatilität (Kursschwankung). Kursschwankungen sind ein Risiko. Bei Risiko verkaufe schnell deine Aktien.

Oder du denkst wie ein Unternehmer: Ein gesundes Unternehmen mit niedrigen Börsenkursen bedeutet: „Der Gewinn liegt im Einkauf.“ Fallende Kurse sind günstige Preise die langfristig den Gewinn erhöhen werden.

Daher sei mutig, wenn die anderen verzweifeln. Genau das ist es was ich aus den letzten Börsenkrisen gelernt habe.

Kursgewinne wollen wir schnell realisieren, um uns kurz zu belohnen

Kommen wir noch zum dritten Punkt. Unser Gehirn mag Belohnungen. Je öfter desto besser. Schließlich geht nichts über Glückshormone.

Was bedeutet das für die Entwicklung des Aktiendepots?

Da wir immer (linear) kurzfristig denken, wollen wir Gewinne schnell realisieren. Ein Beispiel ist der Zinseszinseffekt. Erkläre mal deinen Freunden wie der wirkt. Ohne ein Bild, eine Grafik wird es schwer – so ist meine Erfahrung.

Denn unser Gehirn kann sich den Effekt nicht wirklich vorstellen. Ein Bild zeigt es aber. Dann geht den meisten ein Licht auf und sie wollen auch profitieren.

Das Schwierige dabei ist der Faktor Zeit. Denn bei der Dividendenstrategie braucht es 7 Jahre bis Effektiv etwas zu sehen ist. Nach 15 bis spätestens 20 Jahren bist Du am Ziel.

In dieser Zeit musst Du aber auch gegen dein ICH kämpfen und der kurzfristigen Belohnung widerstehen können. Ein hartes Spiel das die verlieren, die keinen Plan haben.

Darum sage ich immer: Wer kein Ziel hat braucht kein Geld anlegen. Wer keine Strategie hat, wird seine Ziele nicht erreichen.

Mach es dir einfach und verfolge Zwischenziele. Das sind dann die kurzfristigen Belohnungen für dein Gehirn. Das ist die Kunst sich ein Finanz-Mindset aufzubauen.

Eigentlich alles ganz einfach. Es braucht keinen großen Zauber dafür. Ich empfehle die Dividendenwachstums-Strategie. Sie sichert dir deine Pensionslücke. Gibt dir ein laufendes Einkommen. Schützt deine Familie finanziell. Ermöglicht dir Finanzielle Freiheit oder was immer Du willst.

Auswirkung der Aktienkäufe und Verkäufe auf die Entwicklung des Aktiendepots

Ich wollte diesmal nicht den gleichen Luxusfehler wie letztes Jahr machen. Damals hatte ich es versäumt die Kursschwäche bei einigen Unternehmen zur Steueroptimierung zu nutzen. Daher kam mir die Kursschwäche zum Monatsende nicht ungelegen.

Aktiendepot Aktienverkauf Februar 2020

Ich verkaufte Aurelius und Altria, um hier Kursverluste zu realisieren. Rein mit der Absicht mir diese Aktien erneut ins Depot zu legen. OK, mit ein paar Stücken mehr. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste…ist bekannt.

Am Monatsende spielte auch mir mein Kopf das Lied vom Verlustschmerz und der Gewinnrealisierung. Zum Glück verfolge ich knallhart eine Anlagestrategie.

Ziel meiner Dividendenwachstums-Strategie ist es die Dividenden zu maximieren. Nach einigen Überlegungen kam mir dann doch noch eine sinnvolle Entscheidung in den Sinn. Ich verkaufte mit fast 95% Kursgewinnen die Aktien von Amadeus Fire. Warum?

Nun aus zwei Gründen. Erstens wurde die Dividende nach einem Unternehmenszukauf gekürzt. Zweitens sorgt der zunehmende Kursrückgang an den Börsen für interessante Einstiegsalternativen bei anderen Unternehmen.

Da Amadeus Fire nicht mehr dem Investmentcase entspricht. Gekürzte Dividende bedeutet Verkauf der Position. Bei aktueller Marktsituation ist auch nicht mit einem fundamental begründeten Kursanstieg zu rechnen. (Es überwiegt derzeit die Psychologie der Marktteilnehmer, was zu irrationalen Kursverläufen führt. Übrigens typisch für eine Börsenbaisse.)

Ich plane hier in kürze andere bestehende Positionen aufzustocken.

Vorgreifend auf den Märzanfang kann ich nun auch sagen, dass der Rückkauf von Aurelius und Altria wohl zu früh war. Aber genau das kann man nicht wissen.

Wichtiger ist, dass meine Dividenden weiter gezahlt werden. Und das werden sie.

Aktiendepot Aktienkauf Februar 2020

Cashflowfluss im Februar

Zum ersten Mal schafft es auch der Februar eine nennenswerte Dividende auszuweisen. Aufgrund der Unternehmenskäufe ist es mir gelungen, dass fünf Unternehmen brav gezahlt haben:

  • Realty Income
  • Simon Property
  • ABBVie
  • British Tobacco
  • Westrock

Für den Cashflow-Verlauf bedeutet dies:

Cashflow-Entwicklung des Aktiendepots

Der Jahresstart verläuft bisher sehr gut. Vor allem haben inzwischen weitere Unternehmen angekündigt ihre Dividenden zu erhöhen. Lediglich die verbliebenen deutschen Titel ziehen nicht mit.

KPS und Freenet haben eine gleichbleibende Dividende angekündigt. Allianz wird auf 9,60 Euro pro Aktie erhöhen, während die Aareal Bank auf 2,00 Euro reduziert.

Damit wird auch die Aareal Bank früher oder später das Depot verlassen müssen. Zwar stimmt das Fundamentalbild, weil expandiert wird die IT-Tochter floriert, aber nachhaltige Dividende ist etwas anderes. Auch wenn es etwas dauern dürfte. Der Plan ist hier mit einem Kursgewinn heraus zu gehen.

Übersicht Aktiendepot und Dividendenrenditen

Kommen wir abschließend zum aktuellen Depotbestand.

Im Rahmen meiner Steueroptimierung hatte ich die zurückgekauften Unternehmen bzw. Aktien etwas erhöht. So wird zukünftig die Dividende etwas höher ausfallen.

Die zunehmende Skepsis der Anleger hat natürlich auch Spuren im Depot hinterlassen. Betrachten wir die Buchwerte bzw. nicht realisierten Buchgewinne, dann ergibt sich ein Rückgang von 14,4%. Für nur einen Monat bereits ein ordentlicher Rückgang.

Andererseits kommt es nun endlich zu meiner schon lange gewünschten Börsenkorrektur. Ermöglicht mir doch diese Aktien in größerem Umfang zu erwerben und so noch schneller meine finanziellen Ziele zu erreichen.

Und da ist dann auch mein Klagelied… ausgerechnet in diesem Jahr fallen wie bereits genannt zwei Großinvestitionen an… Das nenne ich mal dumm gelaufen.

Hoffentlich zieht sich die Erholung noch über Monate hin. Ich wär da mal ganz dankbar.

Die Entwicklung des Aktiendepots zeigt folgendes Bild:

Entwicklung Aktiendepot mit Dividenden

Die Verlustzeichen bei den Aktienbeständen nehmen immer mehr Oberhand. Wenigstens schaut es jetzt für weitere Steueroptimierungen gut aus.

Einfach weil ich dann nächstes Jahr wieder die Dividenden mit den Kursverlusten gegenrechnen kann. Dadurch würde die Steuerlast aus der Wertpapierveranlagung mal wieder gegen Null sinken. (Achtung gilt nur für österreichische Anleger, da in Deutschland die Topfbesteurung die Steueroptimierung unterbindet.)

Die Cashquote liegt durch den Amadeus Fire Deal bei 10%. Historisch gesehen für dieses Depot relativ hoch. Jedoch nicht lange, da ich, sobald die Strategievorgaben eingehalten werden erneut investieren werde.

Schlusswort zu der Entwicklung des Aktiendepots im Februar

Aktiendepot Einkommen DividendenZu lange haben die Anleger der westlichen Welt gedacht, dass die Viruskrise in China nicht herüber schwappt. Nun kommt es umso heftiger. Es wird sich noch zeigen, ob die Vorbereitungen ausreichend waren. Die Finanzmärkte jedenfalls gehen zunehmend in den Krisenmodus über.

Ereignisse überschlagen sich und müssen schnell neu bewertet werden. Für den normalen Anleger ist dies nicht zu bewältigen. Aus meiner Berufserfahrung heraus kann ich aber sagen, dass es das noch nicht war.

Klar die Notenbanken werden massiv unterstützen. Aber entscheidend in dieser Phase ist der Mensch. Solange er in Panikstarre verharrt, solange spielen fundamentale Zahlen keine Rolle. Es regiert die Hysterie. Lass dich nicht anstecken und bleibe sachlich.

Am Ende wird sich alles beruhigen. Wir werden Einstiegskurse sehen, die es nur alle 10 Jahre gibt. Da kann man bereits mit kleinem Einsatz eine super Basis für die Dividendenwachstumsstrategie legen.

In diesem Sinne: „Keep it simple – Halte es einfach!“, so bist du erfolgreich!

Dein Thomas von DIVDepot

Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast meinen Artikel „Entwicklung des Aktiendepots – Warum dein Gehirn dich blendet“ zu lesen!

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Ein Kommentar, sei der nächste!

  1. Rückblickend waren das im März wirklich tolle Einkaufskurse. Aber mit dem Timing ist das bekanntlich ja nicht so einfach. Auch das wir Verluste doppelt so stark wie Gewinne wahrnehmen, macht die Sache nicht angenehmer. Langfristig wird die Corona-Krise hoffentlich nur ein kleiner Wachstumsknick bleiben.
    LG Joel

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