MiFID II: Spaßige Einblicke in die neue Welt der Aktien und Fondsberatung

Liebe Leser, da hat sich die EU mit MiFID II für uns Anleger ja was Tolles ausgedacht: Mehr Anlegerschutz, mehr Transparenz in der (Bank-)Beratung, weniger Kosten und viel mehr Rendite im Vermögensaufbau.

Das klingt zuerst einmal super. Beim genauen Hinsehen bleibst du lieber Anleger nun noch mehr im Regen stehen. Welcher Berater geht wegen dir schon in den Knast? Und was soll der 20.000 seitige Papierkrieg der EU-Behörden? Glaubt hier irgendjemand wirklich, dass er mit seinen drei Euro noch ernsthaft beraten wird? Lies einfach mal was passiert ist. Anschließend gebe ich dir Tipps was du nun am besten machen kannst.

MiFID II: Spaßige Einblicke in die neue Welt der Aktien und Fondsberatung

Was ist MiFID II bzw. die neue EU-Finanzmarktrichtlinie überhaupt?

Bevor wir direkt zum Thema kommen, noch eine kleine Erläuterung was MiFID II überhaupt ist.

Die neue Richtlinie MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive) umfasst mehr als 20.000 Seiten. Und nein kein Banker und Co. liest sich das durch. Das machen maximal die Rechtsabteilungen. Als Konsequenz der Finanzmarktkrise 2008 / 2009 will der Gesetzgeber damit für mehr Verbraucherschutz und Transparenz im europäischen Finanzsektor sorgen.

Vor allem geht es darum, dass dir weniger riskante Finanzprodukte von Banken und Finanzdienstleistern verkauft werden. Willst du das trotzdem, dann muss dich der Berater ganz ausführlich zu den Risiken aufklären.

Du siehst also, es geht um Risikoschutz. Dabei hat aber der Gesetzgeber vergessen auf den Gegenpart, nämlich die Rendite ausreichend Rücksicht zu nehmen. So werden z.B. Staatsanleihen immer sehr Risikoarm dargestellt, obwohl wir da ja aktuell eine riesige Börsenblase haben. Ob also Anleihen wirklich so sicher sind, wie uns der Staat glauben machen will bezweifle ich ernsthaft.

Aktien bzw. Aktienfonds und Aktien-ETFs werden dagegen immer als total risikoreich dargestellt. Dass dem nicht so ist, habe ich bereits im Artikel „Aktien zur Altersvorsorge – so machst du es sicher“ beschrieben. Fakt ist jedenfalls, dass ab einer Anlagedauer von 12 Jahren Aktien weit weniger Risiko bei deutlich höherem Ertrag haben als Anleihen bzw. Rentenpapiere.

Natürlich, wenn du nur ein paar Monate Geld anlegen willst, dann sind Aktien wegen der kurzen Haltedauer „risikoreicher“. Aber nur deshalb, weil du sie womöglich zum falschen Zeitpunkt gekauft hast. Und eben dieser Zeitpunkt, auch Timing genannt, spielt langfristig keine Rolle.

Lisa braucht Tipps für ihre Geldanlage – ein Vorwort

Oh was für ein Tag! Heute besucht mich Lisa. Meine herzallerliebste Freundin Lisa aus Norddeutschland. Lange habe ich überlegt, wie ich Sie überraschen kann. Erst gestern haben wir lange am Telefon gesprochen. Wie sich zeigte braucht Lisa unbedingt Tipps für ihre Geldanlage. Sie weiß, dass ich ihr da gerne helfe. Vor allem das ich ihr zeige worauf beim Geld anlegen zu achten ist.

Schließlich hatte mein schlaues Köpfchen dann noch die Finale Idee: Lisa mag einfach die Sachertorten und Mozartkugeln. Da sie nun nach Salzburg kommt… also ist ja jetzt klar was die Überraschung wird.

Auf dem Weg zum Café Sacher – Vorsicht Anlageberatung

Mit Lisa flaniere ich die Salzach entlang zum Café Sacher. Dabei erzählt mir Lisa: „Tom, ich sag es dir: Mein Bankberater meinte zu mir, wenn du Aktien kaufen willst, dann berate ich dich nicht. Es sei denn wir gehen das 20-seitige Beratungsprotokoll durch. Und dann siehst du, dass Aktien nichts für dich sind.“ Der Berater meinte auch, dass MiFID II an allem Schuld ist.

OK, Lisa du willst also Wissen was da los ist, mit deinem Berater und warum du keine Aktien bekommst? Ja Tom.

Gut Lisa, ich werde es dir anhand einer Sachertorte erklären – schau da ist schon das Café!

Ja toll, zum Sacher wollt ich schon immer *grins.

Was passiert, wenn ein Konditor eine Bank wäre und MiFID II gilt

So Lisa, jetzt wird es lustig! Ich zeige dir mal was passiert, wenn ein Konditor eine Bank bzw. ein Berater wäre:

Schau Lisa, du kannst jetzt jedes Tortenstück kaufen. Das ist so, als ob du eine Aktie kaufst die du haben willst.

Wenn du dich jetzt aber beraten lässt, welches Stück Torte das Beste für dich ist, dann wird es spannend. Paul – rufe ich zum Verkäufer – Lisa möchte ein Stück Sachertorte kaufen. Aber Lisa, wenn die Sachertorte gleich eine Aktie ist…sagt Paul, dann läuft das jetzt so:

Bevor du die Sachertorte bekommst, müssen wir erst einmal sehen ob du dafür geeignet bist: Lass dich ansehen Lisa… Nun du bist nicht mehr ganz so schlank, also müssen wir erst ein paar Gesundheitsfragen klären. Schließlich soll die Sachertorte nicht nur schmecken, sondern dir gut tun.

Also beantworte mir doch mal ein paar Fragen:

  • zu deinem Gewicht,
  • deinem Blutdruck,
  • deinem Cholesterinspiegel.

Und wenn da was nicht stimmt – Pech gehabt, dann darfst du an der Torte schnuppern und Tom isst die Torte für dich. Aber schau da drüben gibt es noch Diät-Kekse. Wär das was?

Wären Paul sein breites Grinsen nicht verbergen kann, kuckt uns Lisa völlig entgeistert an. Seid ihr noch bei Sinnen Jungs???

Klar Lisa! Sage ich. Allerdings, in der Aktienberatung läuft das seit MiFID II genau so ab. Der Berater muss dich erst einmal nach deinem Einkommen, deiner Börsenerfahrung und und und aushorchen. Vorher geht gar nichts. Wenn du das nicht beantwortest, dann bekommst du eben keine Anlageberatung, keine Aktien oder Fonds.

Natürlich kannst du ohne Beratung irgendwelche Wertpapiere kaufen. Aber ob das Wertpapier für deine Ziele passend ist, erfährst du nicht. MiFID II lässt also noch mehr Anleger dumm sterben. Die Berater machen sich nämlich strafbar, wenn sie dir ohne Beratungsprozess eine Aktie empfehlen bzw. die empfohlene Aktie nicht regelmäßig analysiert wird.

Der Aufwand ist jetzt für die Finanzhäuser so hoch, dass sie lieber auf das Geschäft mit dir verzichten. Der Ertrag deckt einfach die Kosten nicht mehr ab.

Für Banken und Co besteht die Lösung nun darin, nur noch das anzubieten was sich lohnt. Und das sind wenige Standardfonds aus der eigenen Produktpalette. Noch weniger ETFs und jedenfalls keine Aktien.

Die Lösung – DIVDepot und andere Finanzblogs

So Lisa, ich sag´s ja immer: „scheiß auf die Beratung und greif selbst zur Torte“ 😉

Genau so mach es in der Geldanlage. Aber halt, nicht ganz! Damit du nicht planlos umherläufst, gibt es Finanzblogger wie mich. Wir zeigen dir, worauf es ankommt, wenn du deine Geldanlage selbst in die Hand nimmst.

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Übrigens selbst bin ich seit über 10 Jahren beim Online-Broker comdirect*. Warum ich den Broker so toll finde habe ich auch im Artikel „Sparplan mit comdirect“ ausführlich beschrieben. (Demnächst)

In diesem Sinne  „Keep it simple – Halte es einfach“ in dem du TUST was dir wirklich weiterhilft. Hier auf DIVDepot helfe ich dir bei deiner Vermögensbildung in Form von Wissensaufbau und Infos zur Geldanlage mit ETF´s und Dividendenaktien.

Danke für das Lesen meines Artikels. Erzähle deinen Freunden davon, dadurch hilfst du ihnen ihr Geld besser anzulegen.

Dein Thomas von DIVDepot

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2 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hach, wie ich Metaphern und Geschichten liebe, bin halt doch irgendwo ein Kind geblieben. Die Schweiz betrifft das ja vorerst nicht, wenn ich das richtig mitbekommen habe. Aber klingt eher so als hätte das neue Gesetz mehr Schaden angerichtet als dass es geholfen hat.

    1. Hallo Minimalist,

      ja so ist es – das neue Gesetz hat mehr geschadet als genützt. De facto werden Einzelaktien oft gar nicht mehr angeboten. Für kleine Kunden gibts eine Hausstrategie mit Standardprodukten.

      Dann nennen wir das groß Risikoschutz und Diversifikation. Was in Wirklichkeit übrig bleibt ist eine magere Rendite bei einer Anlage die nie wirklich auf den Kunden abgestimmt ist.

      Meine große Befürchtung ist ja, dass jetzt nach den vielen Jahren der Börsenhause die Leute planlos in den Aktienmarkt getrieben werden…

      …die Folgen werden verheerend sein. Wobei der Vertrauensverlust in Banken und Co. noch das geringere Übel sein wird.

      Grüße Thomas

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